Grußworte an die Absolvent*innen der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen

Liebe Alumnae und Alumni der Architektur und des Bauingenieurwesens,

die durch niedrige Zinsen ausgelösten Bauaufgaben und die aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung notwendig gewordene Rehabilitation unserer Infrastruktur bescheren der Architektur und dem Bauingenieurwesen nach wie vor einen Nachfrage-Boom nach Absolvent*innen in lange nicht mehr gekanntem Ausmaß! Die überwiegende Mehrheit der Studierenden haben bereits vor ihrer Abschluss-Thesis einen Job und wissen, wie es nach dem erreichten „degree“ weitergehen wird. Unter diesen Umständen macht Studieren und Lehren Spaß!

 

Während sich Arbeitgeber zunehmend die Frage stellen, wie man an geeignete Uni-Absolvent*innen als künftige Mitarbeiter*innen gelangen kann, fragen wir uns als universitär Lehrende, wie wir unseren Studierenden das beste „Rüstzeug“ mit auf den Weg geben können, um sie im Wettbewerb um Arbeitsplätze mit der besten „Arbeitsmarkt-Fitness“ (employabilty) in das Berufsleben zu entlassen. Gleichzeitig wird bei unseren Studierenden die Grundlagen für eine wissenschaftliche Laufbahn (research oriented profile) gelegt. Unser Anspruch an eine universitäre Ausbildung begründet weiterhin, dass die Studierenden auf ein bildungsorientiertes Leben hingeführt werden und dass den Absolvent*innen „eine Haltung“ mit auf den Weg gegeben wird.  

 

Die Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen am Campus Haspel der Bergischen Universität Wuppertal arbeitet disziplinübergreifend zusammen, um die entwerfenden, planenden, konstruierenden und bauenden Disziplinen in Forschung und Lehre enger zusammenzuführen. Sie folgt damit der gesellschaftlich geforderten Intention nach verstärkter, interdisziplinärer Ausbildung zur Förderung der Baukultur und zur Verbesserung der Ergebnisse in der Wertschöpfungskette Bau. Dieser Schritt beginnt eine positive Wirkung zu entfalten und findet als – in Wuppertal – funktionierendes Modell durchweg hohe Anerkennung. 

 

Neue DV-technische Entwicklungen des Building Information Modeling (BIM) befördern die systembedingten Notwendigkeiten zur Integration von Prozessen und Informationen aller an der Erstellung und dem Betrieb eines Bauwerks Beteiligten in einer lebenszyklusorientierten Betrachtung. Weitere Anforderungen für Gebäude und Infrastrukturen ergeben sich aus dem Schutz des Klimas und vor den Folgen des Klimawandels sowie aus der Schonung der Ressourcen. Neue DV-basierte Entwurfsmethoden machen die Entwicklung neuer Entwurfstypologien, neuer Bauweisen und neuer Baumaterialien nötig. Virtual Reality erlaubt es, Bauwerke vor deren Realisierung zu betreten, zu bestaunen und zu optimieren. Ein großer Roboter erlaubt die Erforschung neuer Bauverfahren und kann zur Entlastung der schweren Arbeiten im Bauwesen führen.

 

Während in der Forschung eine ganze Reihe neuer, sehr spannender Kooperationen etwa in der Digitalisierung der Bauprozesse entstanden ist und die Vorbereitung des Solar Decathlon goes urban Wuppertal 2022 gute Fortschritte macht, wurde in der Lehre die Überarbeitung des aufeinander abgestimmten Curriculums der beiden Fachgruppen Architektur und des Bauingenieurwesens für Bachelor und Master mit der Reakkreditierung abgeschlossen. Zur Erhöhung der Interdisziplinarität ist nun eine Reihe gemeinsamer Lehrangebote der beiden Fachgruppen und zur Steigerung der Attraktivität der akademischen Ausbildung eine Öffnung der Wahlmöglichkeiten für die Studierenden möglich. Damit wachsen die beiden Fachgruppen Architektur und Bauingenieurwesen im Sinne der oben genannten Zielsetzung weiter zusammen, ohne deren disziplinären Profile zu verwässern. Wir wollen auch in Zukunft in Wuppertal weiterhin richtige Architekt*innen, richtige Bauingenieur*innen und richtige Verkehrswirtschaftsingenieur*innn ausbilden! Aber wir versuchen in Forschung und Lehre auf erkannte Zukunftsaufgaben mit intelligenten Konzepten in Forschung und Lehre zu reagieren.

  

 

Ihr Prof. Dr.-Ing. Felix Huber

 

Grüße und Glückwünsche aus der Uni